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Öffentlichkeitsarbeit

Was geht? – Wo und wie ihr euch informieren könnt

Wenn ihr Lust habt, gesellschaftlich etwas zu bewirken, ist das natürlich die erste und wichtigste Voraussetzung für Engagement. Auf dem Weg dorthin stellen sich dann allerdings noch einige Fragen: Wie und wo können wir uns in unserer Umgebung engagieren? Welche Ideen und Initiativen gibt es bereits? Wo finden wir Unterstützung? Ihr solltet euch also zunächst einmal nach Möglichkeiten des Engagements und potenziellen Unterstützer*innen erkundigen, denn Information ist die Grundlage für Beteiligung!

WIE KOMMEN WIR AN INFORMATIONEN?
Grundsätzlich erhöht sich die Chance, von spannenden Vereinen, Initiativen und Projekten in eurer Stadt oder auch deutschlandweit zu erfahren, wenn ihr mit offenen Augen durch euren Alltag geht: Haltet Ausschau nach Flyern, schaut regelmäßig an das schwarze Brett eurer Schule/Uni, blättert durch (über-)regionale Zeitungen und achtet auf Hinweise im Radio, Fernsehen sowie in sozialen Netzwerken.

Etwas gezielter suchen könnt ihr, indem ihr euch bei eurer Stadtverwaltung nach Jugendorganisationen und -initiativen in der Nähe erkundigt. Diese könnt ihr einfach anrufen, ihre Webseiten besuchen oder einmal vorbeischauen und ihre E-Mail-Newsletter oder Infobriefe abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn ihr Messen und Info-Veranstaltungen besucht, könnt ihr die Menschen hinter Projekten direkt kennenlernen und einschätzen, ob euch die Mitwirkung liegt. Gerade wenn ihr euch für ein bestimmtes Thema engagieren wollt, ist natürlich auch eine Internetrecherche sinnvoll. Macht euch im Vorfeld der Suche Gedanken über euer Anliegen und versucht, es prägnant zu formulieren, um passende Ergebnisse zu erzielen.


WIE WÄHLEN WIR INFORMATIONEN AUS UND GEBEN SIE WEITER?

Ihr werdet schnell feststellen, wie groß die Zahl der Engagementmöglichkeiten für Jugendliche ist. Um die Fülle an Informationen zu bewältigen, solltet ihr euch selbst stets fragen, was zu eurem persönlichen Interesse passt und worauf ihr wirklich Lust habt – und anderes entsprechend aussortieren. Hört hier auf euer Bauchgefühl oder auch Empfehlungen von Bekannten und Organisationen. Nicht zuletzt solltet ihr auch überlegen, ob ihr bestimmte Dinge realistischerweise zeitlich schaffen könnt. Wenn ihr Informationen über Beteiligungsmöglichkeiten an andere Jugendliche weitergeben wollt, solltet ihr versuchen, die wichtigsten Punkte (W-Fragen) möglichst kurz und übersichtlich zusammenzufassen.
Achtet darauf, dass eure Empfehlungen zur Zielgruppe passen und aktuell sind. Wichtig ist auch, Kontaktdaten anzugeben bzw. die Quelle, bei der ihr die Information gefunden habt.

WIE FINDEN WIR UNTERSTÜTZUNG?
Ihr wollt euch nicht an einem bestehenden Projekt beteiligen, sondern direkt mit einer eigenen Idee durchstarten? Auch dann schadet es nicht, sich einmal umzuschauen, was andere in dem Bereich schon gemacht haben. Indem ihr Projekte recherchiert, die eurem Vorhaben ähneln, spart ihr euch eine Menge Arbeit und Zeit und profitiert von fremdem Wissen und Erfahrung. Eine Datenbank mit Informationen zu Projekten findet ihr zum Beispiel auf der Homepage der Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB). Überlegt, an welchen konkreten Stellen ihr euch Hilfe wünscht (z.B. Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit) und welche potenziellen Unterstützer*innen ihr in eurem direkten Umfeld kennt. Das können Stadt-, Kreis, Bezirks- und Landesjugendringe sein, Jugendvereine und -verbände, Schüler*innenvertretungen und -zeitungen oder Jugendvertretungen von Gewerkschaften und Parteien. Scheut euch nicht, diese anzusprechen!

Eine tolle Möglichkeit, eurem Projekt zum Erfolg zu verhelfen, ist auch, euch mit anderen Akteur*innen zu vernetzen. Wenn ihr eure Idee kooperativ umsetzt, kann euch beispielsweise eine höhere Bekanntheit eures Partners zugute kommen.

Gute Werbung ist alles –
Wie ihr auf euer Projekt aufmerksam macht

Eure Projektidee nimmt langsam Form an, ihr habt einen realistischen Plan mit klaren Zielen und Inhalten und der Finanzierung steht nichts mehr im Weg? Zeit, sich Gedanken über Öffentlichkeitsarbeit (engl.: Public Relations oder PR) zu machen! Als Grundlage hierfür solltet ihr euch zunächst ein paar Fragen stellen: Welche Inhalte und Botschaften wollt ihr nach außen tragen? Wen wollt ihr ansprechen und was wollt ihr erreichen?
Das Hauptanliegen eurer Öffentlichkeitsarbeit wird wahrscheinlich darin bestehen, Teilnehmende für euer Projekt zu gewinnen. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, denn ihr könnt eine super Idee haben und die Umsetzung perfekt planen – das nützt letztendlich aber wenig, wenn niemand mitmacht. Besonders, wenn ihr kein schon bekannter Verein und keine Initiative mit einer “Stammzielgruppe” seid, ist diese Gefahr relativ hoch. Überlegt euch deshalb genau, an wen sich euer Projekt eigentlich richtet und über welche Kanäle ihr potenzielle Teilnehmende erreicht. Etwa zwei Monate vor dem Projekt solltet ihr anfangen zu werben.

DAS AIDA-PRINZIP NACH LEWIS

Das AIDA-Prinzip hat seinen Ursprung in der Werbepsychologie und wurde 1898 vom Marketing-Spezialisten Lewis entwickelt. Es hilft euch dabei die Ziele für eure Öffentlichkeitsarbeit im Blick zu haben.

AIDA IST EIN AKRONYM UND STEHT FÜR:

attention – Aufmerksamkeit erregen,
interest – Interesse wecken,
desire – einen Wunsch bzw. das Bedürfnis
der Betrachtenden auslösen, …
action – … aktiv zu werden.

 

PLAKATE & FLYER
Denkbar sind Plakate in Schulen, Unis, Jugendclubs etc. oder ihr verteilt Flyer an den entsprechenden Orten. Gestaltet diese möglichst auffällig und originell; nutzt zum Beispiel Bilder, Farbkontraste oder ein eigenes Logo. Achtet gleichzeitig auf Übersichtlichkeit und darauf, die wichtigsten Eckdaten (W-Fragen) eures Projektes zu vermitteln. Grundsätzlich gilt es, Texte auf das Wesentliche zu reduzieren. Gebt Kontaktdaten an, über die Interessierte sich näher informieren bzw. direkt anmelden können.

PRESSEMITTEILUNG
Eine weitere Möglichkeit, für euer Projekt zu werben, ist die Pressemitteilung. Das kann eine kurze Terminankündigung sein oder eine etwas ausführlichere Mitteilung, in der ihr euer Vorhaben beschreibt. Hilfreich ist es, wenn ihr bereits Kontakt zu der Redaktion eines Jugendmagazins und – mit Blick auf zukünftige Projekte – eine feste Ansprechperson habt. Unter www.jugendpresse.de findet ihr regionale Jugendpresseverbände, die euch beraten können. Bei einer Pressemitteilung solltet ihr auf einen vergleichsweise sachlichen Stil achten und herausstellen, warum euer Projekt berichtenswert ist, um die Verantwortlichen in der Redaktion zu überzeugen. Einen ausführlichen Leitfaden zur Erstellung einer Pressemitteilung findet ihr bei den Praxistipps auf der Homepage der Servicestelle Jugendbeteiligung.

NEWSLETTER
Wenn ihr euch als Projektteam gerade erst zusammengetan und bei eurer Zielgruppe noch keine Bekanntheit habt, könnt ihr größere Vereine, Jugendverbände usw. auf euer Projekt aufmerksam machen und sie bitten, die Information über ihre Newsletter zu streuen. Ihr selbst könnt die einfachste Form des Newsletters verwenden, indem ihr einfach an all eure Mail-Kontakte, die interessiert sein könnten, über die Blindkopie (BCC) schreibt. Das ist wichtig, damit niemand sieht, wer die E-Mail noch erhalten hat, und Daten geschützt werden. Eine weitere Option ist, einen Verteiler (Mailingliste) zu erstellen. So könnt ihr wiederholt an denselben Personenkreis schreiben, ohne jedes Mal alle Adressen eintippen zu müssen. Wenn ihr langfristig aktiv sein wollt, ist es durchaus sinnvoll, einen eigenen Newsletter zu erstellen. Ihr habt so die Möglichkeit, den Kontakt zu den Jugendlichen zu halten und sie nicht nur über bevorstehende Projekte zu informieren, sondern beispielsweise auch über vergangene zu berichten oder auf Aktionen anderer Vereine und Organisationen hinzuweisen. Die Vorteile professioneller Software wie Mailchimp oder CleverReach sind vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten (Layout, Grafiken, Fotos etc.) und Statistiken darüber, wie die Abonnent*innen den Newsletter annehmen. Auch für die Erstellung eines Newsletters findet ihr einen Praxistipp.

SOZIALE NETZWERKE
Gerade wenn ihr eine junge Zielgruppe ansprechen wollt, lohnt es sich natürlich, auch in sozialen Netzwerken zu werben. Die grundsätzlichen Überlegungen zur Öffentlichkeitsarbeit gelten auch hier: Auf welchen Plattformen ist eure Zielgruppe unterwegs? Für welche Themen interessiert sie sich besonders? Die Vorteile an sozialen Netzwerken sind, dass ihr Informationen relativ schnell und unkompliziert an viele Menschen verteilen und über Kommentar- bzw. Diskussionsfunktionen direkt mit den Angesprochenen in Kontakt treten könnt. Formate wie die Facebook-Veranstaltung bieten euch außerdem einen Überblick darüber, wie viele Menschen an eurem Projekt interessiert sind und daran teilnehmen möchten.

Achtung! Wie ihr gesehen habt, gibt es viele Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit und jeder hat seine Vorteile. Unersetzlich ist allerdings die persönliche Ansprache eurer Zielgruppe, besonders wenn ihr wenig bekannt seid. Geht also direkt auf Jugendliche zu und steckt sie mit eurer Motivation an – das ist der effektivste Weg, Teilnehmende für euer Projekt zu gewinnen!

 


Dieser Text ist Teil des Handbuchs „Mit Wissen mitwirken“, welches wir gemeinsam mit dem Freiwilligen Jahr Beteiligung erarbeitet haben. Das gesamte Handbuch bekommst du digital automatisch als Dankeschön, wenn du unseren monatlichen Newsletter abonnierst. Unter mitwirken@jugendbeteiligung.info kannst du zudem einzelne Printexemplare bestellen. Die Texte sind allesamt unter CC BY 4.0-Lizenz erschienen und können entsprechend verwendet werden.