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Design Thinking – Kreativ auf Abruf

Projektideen Finden – aber wie?
KREATIVE PROJEKTE MIT DESIGN THINKING ENTWICKELN

Gute Ideen kommen ganz verschieden daher: Manch eine*r findet sie unter der Dusche, ein*e andere*r braucht nur ein weißes Blatt Papier und schon sprudeln die Ideen, wieder andere müssen erst einmal für Stunden auf den leeren Bildschirm starren, bevor irgendetwas passiert.Design Thinking ist einer von vielen Ansätzen, der hilft, innovative Lösungen für komplexe Probleme zu entwickeln. Und zwar für komplexe Probleme aller Art: Klimawandel, zu früher Schulbeginn und schlechte Laune bei schlechtem Wetter.

Design Thinking ist dabei eine Methodik und ein Denkansatz zugleich, der ursprünglich aus der Designer-Branche stammt und heute viel in der Produktentwicklung verwendet wird. Konkret geht der Ansatz zurück auf die Informatiker Winograd, Leifer und Kelley. Nichtsdestotrotz hilft der Ansatz auch bei der Entwicklung neuer Projektideen, die überhaupt nichts mit Design oder Produkten allgemein zu tun haben. Als problem- und nutzer*innenzentrierter Ansatz stehen bei Design Thinking die Nutzer*innen – also z.B. die spätere Zielgruppe eures Projekts – mit einem klar definierten Problem im Mittelpunkt. Ebendiese wollt ihr möglichst ideal mit eurer Projektidee unterstützen und so dem Problem entgegentreten.

Das Besondere am Design Thinking? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hier werden Dinge auf den Kopf gestellt und ganz bewusst verrückte Ideen entwickelt. Um aber trotzdem nicht ganz den Boden unter den Füßen zu verlieren, werden Ideen immer zeitnah getestet – also in der Realität durch die Nutzer*innen auf die Probe gestellt. Der Design Thinking-Prozess ist an den Arbeitsprozess angelehnt, dem viele Kreative – wie z.B. Designer*innen – intuitiv, also aus dem Bauch heraus folgen. Er teilt sich in sechs verschiedene Phasen. Zu jedem Zeitpunkt kann eine Phase wiederholt werden – man macht also iterative Schleifen.

Die Sechs Phasen Des Design Thinking


VERSTEHEN:
In der ersten Phase, dem Verstehen, widmet ihr euch dem Problem und sucht euch ein Problemfeld aus, dem ihr euch näher widmen möchtet.

BEOBACHTEN: Geht nach draußen und fragt Menschen, die tatsächlich von dem Problem betroffen sind, und fühlt euch so in die Bedürfnisse derer ein, die ihr mit eurer Lösungsidee zum Problem unterstützen wollt.

DEFINIEREN: In der dritten Phase tragt ihr eure Erkenntnisse aus den beiden ersten Phasen zusammen und haltet fest, was genau das Problem ist, das ihr lösen möchtet, und wen es in welcher Art und Weise betrifft. Je konkreter, desto besser

IDEEN FINDEN: In der Ideen-Phase entwickelt das Team zunächst ganz viele Ideen, wie eine Lö- sungsmöglichkeit des zuvor definierten Problems aussehen könnte – und zwar in allen erdenklichen Formen und Farben. Keine Idee ist zu verrückt. Keine Idee ist unrealistisch. Dabei helfen ganz unterschiedliche kreative Brainstorming-Methoden: vom Sternenfisch und Kopfstand bis hin zu Superman. Am Ende der Phase wird eine Idee ausgewählt, mit der weitergearbeitet wird.

PROTOTYPEN: Ran an die Schere! Holt die alte Legokiste aus dem Keller und baut eure Idee nach. In dieser Phase geht es darum, eure Idee Wirklichkeit werden zu lassen, sie anfassbar zu machen. Ziel der Entwicklung eines Prototypen – also einer vereinfachten Darstellung eurer Idee – ist es, dass andere Menschen eure Idee verstehen und ausprobieren können.

TESTEN: Phase sechs ist das Testen. Packt euren Prototypen ein, geht raus auf die Straße und zeigt Menschen eure Ideen. Fragt sie nach Feedback und entwickelt so eure Idee weiter.

 

Ist euer Interesse geweckt?
Einen virtuellen Crash-Kurs zum Design Thinking gibt es bei der D-School Stanford.


Dieser Text ist Teil des Handbuchs „Mit Wissen mitwirken“, welches wir gemeinsam mit dem Freiwilligen Jahr Beteiligung erarbeitet haben. Das gesamte Handbuch bekommst du digital automatisch als Dankeschön, wenn du unseren monatlichen Newsletter abonnierst. Unter mitwirken@jugendbeteiligung.info kannst du zudem einzelne Printexemplare bestellen. Die Texte sind allesamt unter CC BY 4.0-Lizenz erschienen und können entsprechend verwendet werden.